Werbespotter Werbung sehen, verstehen und sezieren :)

1Aug/13Off

Dieser Hammer ist der Hammer

Seit vielen Wochen macht Hornbach einen auf Hammerhart.  Immer frei nach dem Motto:  "Dieser Hammer ist der Hammer." Dabei ist das schon was besonderes, wenn ein Unternehmen ein Produkt bewirbt, was nachweislich längst ausverkauft ist. Ausverkauft? Ok, nein. Ein paar der Dingern, also ca 700 haben die Leute von Hornbach dann wohl doch noch in irgendeinem Lager versteckt und liefern es jetzt partout nicht aus, oder wie? Online ist da jedenfalls schon lange nichts mehr zu machen. Ein Panzer reicht übrigens für grade mal 7000 HammerHämmer, gar nicht mal so viel wie ich finde.

Der Hammer ist dann auch nicht ganz billig. 25 EUR pro Hammer sind ein durchaus stolzer  Preis für so ein Produkt.  Google findet Online ebenfalls hochwertige und gut verarbeitete Schlosserhämmer bereits ab ca. 5 EUR, also quasi 80 % günstiger. Ich glaube für den Hobbyhammerer ist das durchaus ausreichend. Wenn sie natürlich Profihämmerer sind und jeden Tag auf alles einschlagen was sie finden können, dann muss natürlich die Qualität des Hammers so hoch sein, dass er auch ewig hält und zumindest das verspricht der Hornbach-Hammer ja, dass er gemacht ist für die Ewigkeit. Und da hab ich gleich schon wieder eine Frage.

Ist für die Lebensdauer eines Hammers nicht viel mehr der Stil entscheidend als der Stahlkopf?

Panzerstahl hin oder her, Stahl ist meistens völlig ausreichend hart um herkömmliche Nägel oder ähnliches in Wände zu klopfen. Ich glaube so viele Nägel und andere Dinge kann man nicht einschlagen müssen, dass einem normalen Menschen, also keinem Handwerksprofi der jeden Tag hämmert was das Zeug hält, Dachdecker z. B., aber der hat sowieso wieder nen anderen Hammer, der Kopf eines Hammers jemals Sorgen hätte bereiten müssen. Oder wie oft haben Sie zuhause gestanden und Nägel in die Wand geschlagen und sagen müssen, Mist, jetzt ist der ganze Hammerkopf wieder verbogen?

Für die Haltbarkeit ist doch eigentlich viel mehr der Stil des Hammers wichtig. Denn das ist mir sehr wohl schon passiert, dass der Hammerkopf vom Stil gerutscht ist oder auch, das der Stil gebrochen ist, da er durch vorbeischlagen, oder ähnliches viele Macken und Kanten hatte. Beim Hornbach-Hammer ist der Stil zwar auch Qualitätsarbeit, echtes Hickory-Holz. Aber wahrscheinlich ähnlich wie beim Stahl, verschweigt der Shop oder der Spot natürlich, dass so gut wie alle Hammerstile heute aus dem Hickoryholz hergestellt werden, einem Baum aus der Familie der Wallnussgewächse die heute nur aus Nordamerika oder Ostasien kommen. Vielleicht wäre der Weg des Holzes für den Stil sogar spannender gewesen, als das einschmelzen des uralten Ostblockpanzers, nur so als Anregung für die nächste Auflage HornbachHammer.

Die Kampagne ist durchaus gelungen, das kann man nicht anders sagen, denn einen Hammer zu verkaufen, den eigentlich jeder zuhause hat und damit gleich das eigene Image als Baumarkt für die Oberhammerer auf zu polieren ist schon ein echt gelungener Coup. Quasi so als würde ihr Bäcker ihnen echte Brötchen aus echtem Mehl in streng limitierter Auflage an bieten und sie würden sagen, da muss ich aber mal schnell zugreifen. Bei der Agentur freut man sich also völlig zurecht über den gelungenen Coup mit dem Hammer.  Der Hammer hat immerhin zu langen Schlangen in den Baumärkten geführt und sowas können sonst eigentlich nur Elektrogeräte, bzw noch genauer neue Mobiltelefone wirklich erreichen.

Und während sich die einen noch beschweren dass die ganze Kampagne Kriegsverherrlichend sei, denn schließlich kommt ein Panzer und eine sonore Stimme in dem Spot vor, verteilen die anderen ihre letzten Exemplare des Hornbachhammers an sogenannten kuriosen Orten in ganz Deutschland. Also werden die Dinger auch nicht mehr in die Märkte geliefert und alle die bereits mit Zelten vor den Baumärkten lagen müssen die Zelte abbrechen und versuchen sich dem Hammertross durch die Republik an zu schließen wenn sie noch einen der beliebten Sammlerstücke erwischen wollen.

Aus Werbersicht bin ich begeistert, aus wie wenig man doch so großartiges schaffen kann, das alle begeistert. Aus Kundensicht denk ich mir leider oft nur:  So ein Unsinn und das auch noch mit Methode.  In diesem Sinne,  Hype the Hammer, und ich bin schon gespannt auf  die nächsten geypten Produkte.  Den Bauhaus-Nagel vielleicht, Den Hagebau-Wandhaken, den Praktiker-Stecker (ach nee, den nicht mehr), den Obi-Schraubendreher, oder die Toom-Tapete vielleicht, wer kann das schon wissen. Aber der nächste Hype kommt bestimmt.

 

17Feb/13Off

Werbung ist teuer und nutzlos, zumindest die meiste davon.

Ein sehr guter Artikel ist mir über den Weg im Web gelaufen, den ich hier gerne weiter empfehlen möchte. Eventuell werfen Sie als Werbekunde gut 80% ihres Geldes zum Fenster hinaus und nicht nur die sonst immer angenommenen 50% bei denen sie angeblich nicht wissen welche 50% das sind. Die Logik des Artikels und die Folgerungen sind für mich absolut schlüssig. Ich denke eh mittlerweile das in vielen Bereichen Werbung und Marketing nur noch existieren, weil viele Unternehmen nicht mehr wissen wohin mit dem verdienten Geld ihrer Kunden und  nicht weil sie sich irgendeine Werbewirkung oder gar noch mehr zahlende Kunden wünschen.

Ich würde z. B. sagen das Unternehmen in einer Branche wie der Mobilfunkindustrie eigentlich komplett auf große Teile ihrer Werbung verzichten könnten. Was bringt der Wettlauf um den Kunden, wenn es eh nur die 4 Anbieter gibt und die Bedingungen bei allen ähnlich sind? Was sie an Neukunden auf der einen Seite gewinnen, verlieren sie an Bestandskunden auf der anderen Seite, aber die einzelnen Teile des Kuchens namens Markt bleiben meist ziemlich gleich verteilt. Davon hat niemand was. Die Werbekunden haben aber Angst zu sagen, sie verzichten komplett auf den Werbezirkus und konzentrieren sich vielleicht auf eine völlig andere Sache, auf ihre eigenen Kunden. Wenn 4 Unternehmen das gleiche Produkt mit den gleichen Mitteln anbieten kann ich mich nur noch von der Konkurrenz abheben in dem ich meinem Produkt einen neuen Vorteil verschaffe, es also deutlich verbessere. Und ich glaube das ist auch das einzige was wieder Kuchenteile vergrößert. Ich sehe daher im Moment den Kuchenanteil von E-Plus schrumpfen und den von O2 steigen.

O2 hat am Netz gearbeitet, weil sie vor 2 Jahren bei Tests schlecht abgeschnitten haben, während E-Plus immer mehr und immer neue Produkte in unterschiedliche Tüten packt. Aber überall ist das selbe drin, ob jetzt E-plus, base, simyo, oder Lidl draufsteht. Aber alle neuen Tüten werden über das eine eigene  Netz gejagd, was dazu führt das man seltener durchkommt, oder auch mal den Anschluß verliert während des Gespräches. Die Qualität des einzelnen Produktes sinkt also.

Angenommen eines dieser Unternehmen würde von heute auf morgen auf Werbung verzichten, zumindest auf die großen Imagekampagnen und ähnliches, was natürlich kein Unternehmen tun wird, weil sie viel zu viel Angst vor der Konkurrenz haben, die dann übermächtig werden könnte. Aber mal angenommen sie würden es tun und das freie Kapital nehmen und komplett in Mitarbeiter, bessere Kundenbetreuung, bessere Technik, sauberen Netzausbau investieren. Wäre das nicht genau das richtige Argument für neue Kunden? Und würde sich das nicht viral, also von Kunde zu Nachbar und Freunden gerade über Socialmedia von ganz alleine herum sprechen?
Ich glaube die Werbung wie wir sie kannten wird in wenigen Jahrzehnten komplett verschwunden sein. Sie hat uns lange Jahre beeinflußt, aber auch das Leben gelehrt. Heute wissen alle wie man andere beeinflußt und eventuell auch manipuliert. Jeder hat heute ein eigenes Image und das pflegt er, ganz egal ob Weltkonzern, Musikstar oder Privatperson.  Aber die Werbung wie wir sie bis in die Nullerjahre kannten wird sterben und vielleicht wird sie in einer Welt in der alles für alle und jederzeit digital zugänglich ist nicht mehr aussehen wie ein HIER KAUF MICH, DENN ICH BIN GUT FÜR DICH. Vielleicht wird sie eher ein Filter sein, so wie es das jetzt schon bei google oder facebook passiert. Werbung wird die Aufgabe bekommen, genau das Gegenteil von ihrem bisherigen Job zu machen.  Sie wird den Konsumenten versuchen frei zu halten von den unzähligen Einflüssen, auch der Konkurrenz die auf ihre Kunden so einprasseln. Erst dann können die eigentlichen Marken die vertreten werden durch die Werbung noch tiefer in den Alltag der Kunden sickern und  können zu echten Familienmitgliedern werden. Das iphone war vielleicht nur das erste neue Familienmitglied, aber das werden viele jetzt werden wollen und sie werden es wohl nur durch die Umkehrung ihres bisherigen Konzeptes erreichen in einer Welt die sich sozial enger vernetzt hat. Wo sie in einem sozialen Netz sind, wird es nur noch darum gehen sich gegen das Umfeld ab zu schirmen und seinen Mitgliedern, Kunden, die gleichzeitig auch die eigenen Werbeproduzenten sind und Informationslieferanten, den Rücken frei zu halten. Das werden die Madiaagenturen und Werbefirmen in Zukunft tun. Wer jetzt fragt vor was abschirmen wenn die Werbung selbst aufhört zu senden, der kennt die digitale Welt aber noch schlecht. Vor Blogs wie diesem, vor dem was die Kunden und ihre Familien, ihre Freundeskreise und und und selbst senden werden. Das Senden wird zunehmen über alle Kanäle, aber die Aufnahme der Informationen durch den Empfänger funktioniert heute ja schon nicht mehr. Und die Werbung wird in meinen Augen irgendwann versuchen seine Empfänger vor den übermässigen Sendern ab zu halten. Es wird die Funktion einer VIP-Loung bekommen. Ein geschützter bereich in dem die Menschen noch unter sich sein können. Unter sich und abgeschirmt von Ihrem Werbepartner. Schöne neue Werbewelt.

Den Blog zum Artikel habe ich in die Linkliste aufgenommen, mir gefällt sehr gut was der Mann so schreibt.

Und hier ist der besagte Artikel:  Sie geben zu viel für Werbung aus!

Viel Spaß beim Artikel selbst.

2Feb/13Off

Was Werbung darf und was nicht!

Werden wir von der Werbung dauerhaft verarscht, oder geht die Werbung vielleicht sogar davon aus das wir Verbraucher viel gebildeter und intelligenter sind als wir selbst glauben?  Jeder von uns sollte doch immer in der Lage sein zwischen "Serviervorschlägen" und der Produktrealität unterscheiden zu können.  Schließlich hat jedes Produkt mittlerweile Kleingedrucktes auf der Rückseite und jeder kann das lesen, wenn er möchte. Ja, wer lässt sich da noch von Aufdrucken wie Fettfrei oder Vitaminreich beeinflussen? Der mündige Konsument wohl nicht.

Zu all diesen Themen gibt es einen wunderbaren Podcast der Sendung radioWissen zum Thema Wunderbare Welt der Werbung.

Danach kann man gleich noch die beiden anderen Beiträge hören.

Zum ersten den Beitrag über Edward Bernays, wenn man so will den Erfinder der PR und das Gespräch mit Prof. Arnd Florack über Werbung und ihre Wirkung. Viel Spaß beim Hören.

 

 

radioWissen Wunderbare Welt der Werbung

 

 

 

18Nov/11Off

Benetton schafft es immer wieder.

Unhate Benetton Palestine IsraelDie Kampagne ist fast schon 3 Tage alt und erst jetzt habe ich sie bemerkt. Jetzt, als die ersten Meldungen durch die Presse gingen, dass Benetton sich dazu entschlossen hat, eines der Motive,  das Motiv mit dem Papst und dem Iman, wieder zurückzu ziehen.  Schließlich wollen sie die Liebe in der Welt fördern und niemanden, schon gar nicht die gläubigen Christen und Ihre Gefühle, verletzen.

Ich denke, damit tut der Vatikan genau das, was Benetton von ihm erwartet hat.  Spannend finde ich auch, dass der Sprecher des Vatikans natürlich nur sagt, dass es respektslos gegenüber dem Papst sei. Vom Iman sagt er nix. Und Überhaupt, sind wir es nicht geewohnt, dass Muslime sich verunglimpft fühlen? Haben wir nicht von den Medien immer die Bilder in den Kopf gehämmert bekommen, dass bei der kleinsten Kränkung DIE Muslime (also immer gleich alle Muslime, statt derjenigen, die im Bild gezeigt werden und denen man vorher die Fahnen zugesteckt hat) alles mögliche verbrennen, bevorzugt eben FahnenUnhate Benetton Germany France oder Karikaturen aus dem jeweiligen Verfasserland? Nun gut, vielleicht kommt der Sturm der Entrüstung ja noch oder vielleicht sind die Muslime da tatsächlich auch mal entspannter als die Christen, das wär ja auch mal spannend.

Benetton hat jedenfalls wieder einmal sehr vieles richtig gemacht.
Den Vatikan in eine Situation zu bringen, in der er etwas gegen eine Kampagne haben muss, die als selbst erklärtes Ziel die Vermehrung der Liebe in der Welt hat, ist schon die ganz große Kunst.

Die Kampagnen von Benetton waren  schon immer  auf  "Krawall" gebürstet mit ihren verstörenden Plakaten.  Regelrechte Ikonen der Werbung sind daraus geworden: die ölüberzogene Ente, Einschusslöcher in der blutverschmierten Kleidung eines bosnischen Soldaten, als HIV-positiv abgestempelte Körper, eine schwarze Mutter, die ein weißes Baby säugt, oder eine weiße Stute, die von einem dunklen Hengst gedeckt wird. Meist sogar äußerst ästhetische Fotos, aber eben sehr viele Motive, die es ohne Benetton niemals in die Werbung geschafft hätten. Die Themen sind allenfalls als Meldung in den Nachrichten untergegangen.  Aber durch den Kleiderfabrikanten wurden sie überall plakatiert und brannten sich in ein kollektives Gedächtnis ein. Vielleicht hat diese zweckentfremdete Werbung sogar mehr Bewußtsein für die jeweils gezeigten Dinge geschaffen, wie es teure staatliche Kampagnen hätten tun können.

Auch was die Kirche angeht, gabe es bereits ein provokantes, aber sehr ästhetisches Motiv, auf dem sich eine Nonne und ein Priester leidenschaftlich küssen. Christen, speziell Katholiken und der Vatikan,  scheinen also ein Problem mit dem Küssen zu haben, also zumindest, wenn Benetton es inszeniert.  Aber gerade mit den gezielt gesetzen Aufregern schafft man es eben auch in die Nachrichten und muss die ganze PR nicht mal bezahlen. (Selbst ich bekomme für diesen Blogbeitrag mal wieder nichts!)  Über die Vermischung von solchen Meldungen mit dem echten Nachrichtengeschehen, wenn man von Google-Plänen  und Appel-Klagen oder auch Opel-Werksschließungen oder ähnlichem berichtet, und somit Werbung, Wirtschafsnachrichten und allgemeine Nachrichten auf teilweise seltsamste Weise im Journalismus miteinander verknüpft, möchte ich jetzt nicht weiter eingehen.  Das könnte irgendwann einen eigenen  Beitrag wert sein.

BruderkussKüssen, wenn es groß gemalt und plakatiert wird, scheint ein Aufreger zu sein und zu bleiben. Zumindest sorgt es oft für Aufregung. Auch ein sehr bekannter Kuss ist der, der hier an die Mauer gesprüht zu einer Art Ikone wurde.

Wie der Text unter dem sozialistischen Bruderkuss aber beweist, war es bei den beiden ja wohl keine wirkliche Liebe.  Und bei den Benettonmotiven?

Nun ja, die Motive sind natürlich sehr ähnlich gewählt, so dass wahre Liebe unter den entsprechenden Personen wohl eher nicht herrscht. Es handelt sich in der Kampagne offiziel um Fotomontagen, wobei ich teilweise denke, der ein oder andere Kuss könnte auf irgendwelchen offiziellen Anlässen fast wirklich so entstanden sein.  Bei Merkel und Sarkozy ist die Liebe sicherlich auch näher, als z.B. zwischen Nord- und Südkorea oder Israel und Palästina.

Unhate Benetton NorthKorea SouthKoreaAber wäre es nicht schön, wenn sich all' die gezeigten Leute in genau diesen Konstellationen öfter mal in den Arm nehmen würden und leidenschalftich drauflosküssten?  Ok, ok,  sie müssen sich ja nicht gleich küssen, aber in den Arm nehmen und gemeinsam eine angenehme Zeit miteinander verbringen und mal wieder wie normale Menschen miteinander reden?  Das wäre sicherlich schon mal ein Anfang. Und so lässt mich, kurz vor Weihnachten, Benetton mal wieder träumen von einem perfekten Fest der Liebe. Gäbe es eine Skala, an der man den Grad der Perfektion einer Kampagne ablesen kann, würde ich hier gerne 100 Punkte vergeben. Auch hier bleibt es eine hohe Kunst, mir all diese teilweise sehr unsympathischen und älteren Menschen so in einer Werbung zu zeigen, dass man nicht per se angewidert ausspuckt. Denn Küssen sieht in jungen Jahren auch immer besser aus.  Zumindest auf den Fotos, die einem die Werbung sonst so zeigt.

Unhate Benetton USA VenezuelaBleibt die Frage, wie es mit dem aussieht, um was es eigentlich in der Kampagne geht, nämlich Pullover zu verkaufen. Ob es dort genauso funktioniert, war bei Benetton von je her die Frage. Ich glaube sogar, dass der Chef von Benetton einmal gesagt hat, dass es letztendlich ab einer bestimmten Bekanntheit und Firmengröße ziemlich egal sei, ob sie Werbung machten oder nicht. Und auch was dieWerbung zeigt sei dann egal und daher möchte er eben, dass da Dinge gezeigt werden, die er für wichtig hält.  Indirekt hat er damit auch dem eigenen Pulloververkauf eher genutzt als geschadet. Denn die Marke wurde dadurch sicherlich immer bekannter.

Unhate banned Pope Iman

Alle Motive der Kampagne und alles weitere gibt es auf den Seiten von Benetton. Und weil Benetton  jetzt das Plakat mit dem Papst  zurück zieht, ist es natürlich um so erfreulicher, dass man im Internet eigentlich nix mehr zurück ziehen kann.  Das Papst-Iman Foto findet sich zum Glück überall im Internet, z.B. hier: http://deadcatbounce.blogsport.de/2011/11/17/liebe-statt-hass/ Oder man bemüht die Bildersuche von Google mit den Suchworten: Benetton, Unhat und Papst z.B.  Die Kampagne hat auch ein Video. Und in dem spielen keine Promis die Hauptrolle.  Aber seht selbst.

 

3Okt/11Off

Datenkraken bei Facebook und Co.

Immer mehr Leute beschweren sich über die Datensammler im Internet. Leider auch immer mehr Leute, die sowieso keine Ahnung haben, was, wo und wieso bereits von einem gesammelt wird. Im Moment wird Facebook immer wieder an den Datenpranger gestellt. Facebook macht angeblich riesige Gewinne, in dem sie meine Daten verkaufen. Scheinbar gibt es da draußen riesige Unternehmen, die all' ihr Geld, das von der Finanzkrise noch über ist, in die Hand nehmen und dem Facebook oder auch dem Google in den Rachen werfen, nur um - wie Süchtige an ihren Stoff - an meine Daten heranzukommen. Also wenn Facebook es wirklich schafft, diese Unternehmen alle so an den Datentropf meiner Daten zu hängen, dann ziehe ich den Hut vor Facebook und Google und sage: Ihr habt euch jeden Cent verdient!

Analysiere ich meine Daten selbst, so gibt es Daten unterschiedlicher Qualität. Da sind z. B. meine Adressdaten. Super Idee, die zu verkaufen. Aber die Idee ist nicht neu und vor vielen Jahren war man sogar froh über den Eintrag im Telefonbuch. Heute ist das schon eher schwierig, weil die Leute ihre Mobiltelefonnummern oft ziemlich schnell wechseln, wenn es wieder günstige Tarife gibt, und die Daten in einem Jahr, wenn das neue Telefonbuch kommt, bereits gnadenlos veraltet sein können. Selbst das dümmste und gierigste Unternehmen hat kapiert, dass die Adresse alleine nicht viel bringt. Denn sie sagt allenfalls etwas drüber aus, ob ich männlich oder weiblich bin, gibt eventuell noch eine ganz wage Schätzung über meine Vermögensverhältnisse, wenn man die Straße in den Vermögensplan beim Monopoly einzuordnen weiß und weiß, dass die Schlossallee teurer ist als die Turmstraße. Dann hört es aber schon auf. Niemand weiß anhand meiner Adresse, ob ich bereits alle Versicherungen habe, die ich nicht brauche, oder ob es sinnvoll ist, mir schon mal Treppenlift und Seniorenwindelwerbung zu schicken, oder ob ich mehr Interesse an Babysachen oder Sportwagen hätte. Also führt die Adresse selbst nicht zum Ziel. Zumindest nicht zu einem wirklich qualifizierten.

Welche Daten gibt es noch von  mir, die man verkaufen könnte? Nun ja, alles, was weiterhilft, mich in Werberelevante Zielgruppen aufzuteilen. Da kann es hilfreich sein zu wissen für welchen Fußballverein ich schwärme oder ob ich überhaupt kein Sky-Abo - alle Tore, alle Spiele live -  brauche, weil ich Fußball hasse. Es kann helfen zu wissen, ob ich Sportwagen mag, wenn man mir unbedingt einen verkaufen will. Aber mal ehrlich, wer mag Sportwagen nicht? Würde ich mir deswegen unbedingt einen kaufen wollen? Das hängt dann schon noch von vielen weiteren Faktoren ab. Ist es also sinnvoller, mir Audi- oder Porsche-Unterlagen zu schicken, oder den Vertreter bei mir anrufen zu lassen? Und diese Daten sind so spezifisch, oft allenfalls gut zu raten, womit ein Werber natürlich schon glücklich wäre. Dann sollen Sie mir eben Werbung schicken für Sportwagen. :)

Und welche Daten sind dann noch da? Zum Beispiel mit welcher politischen Gesinnung ich sympathisiere. OK, aus der Traum mit der Sportwagenwerbung. Mist. Irgendwas ist ja immer. Aus meiner politischen Gesinnung mache ich sowieso nicht unbedingt ein Geheimnis, denn wenn ich mir schon die Mühe mache, zu einer politischen Überzeugung zu kommen, habe ich auch nichts dagegen, darüber zu diskutieren. Trotzdem würde diese Information oft höchstens die Parteien selbst, bzw. den Staat interessieren. Nur was er dann damit machen sollte mit den Informationen, so lange er nicht feststellt, dass ich extrem links oder rechts oder fanatisch-religiös bin und eine Gefahr für den Staat sein könnte, solange wird ihn das auch nicht wirklich weiterbringen, denn der Aufwand meine politische Gesinnung zu ändern, auch in langen Einzelgesprächen z.B. und seien die auch in kleinen Zellen oder wo auch immer, scheint mir jetzt echt etwas zu viel des Guten. Ich glaube einfach nicht, dass ich und meine Meinung so wichtig sein könnten, dass sich der finanzielle und personelle Aufwand lohnen könnte mich zwangsweise umstimmen zu müssen. Schade eigentlich, denn das kratzt jetzt natürlich an meinem Selbstwertgefühl, wenn ich und meine Meinung dem Staat nicht mal einen Versuch der großen Umstimmung wert bin.

Es könnten auch Krankheits und Allergiedaten sein, die von Interesse sind. Jetzt stelle ich mir vor ich habe eine böse Allergie, ärgere ich mich dann darüber, wenn mir Behandlungsmethoden oder spezielle Medikamente oder Ernährung angeboten werden? Es könnte mir sogar nützlich sein, wenn ich gleich Tipps und Hilfen für meine spezifischen Probleme angeboten bekäme. Das heißt das Datensammeln wäre dort sogar unter Umständen gut. Das geht ja nun mal gar nicht. Schlecht würde es da erst werden wenn Staat, oder z.B. zukünftige Arbeitgeber aus meiner Krankheit negative Entscheidungen über mein Leben treffen würden. Aber gegen die Krankenkassenkarte hat ja offiziel jetzt noch keiner was gesagt und zum Glück ist unser Gesundheitssystem so marode und mit teuren Wasserköpfen behangen, dass dort erst mal alle die Klappe halten. Nochmal Glück gehabt. :)

Ok, also was anderes. Wie wäre es mit den Saufbildern aus dem Netz, die mein Arbeitgeber plötzlich zugespielt bekommen könnte? Das sind doch Daten die ich in sicheren Händen wissen möchte, oder? Ja, allerdings, deswegen gibt es sowas nicht von mir. Also selbst wenn wir gesoffen haben, dann war keiner mehr in der Lage sein handy noch zu bedienen um Fotos zu machen. Manchmal ist das regelrecht Schade, würde man sich doch all zu gerne mal an die ein oder andere Tour erinnern können im Anschluss. Und gleich noch was, Wenn ich heute weiß dass jeder zweite Vollidiot jede Sauftour direkt live ins Web streamt, dann lade ich diese Leute einfach nicht mehr ein auf meine Partys, oder sorge dafür, dass ich mich nie ganz aus dem Leben schieße ohne die Fotohandygrafen auch völlig besoffen zu machen. Wir haben die Idioten früher einfach alleine gelassen, ich weiß das war nicht sehr sozial von uns, aber na ja, hat es uns geschadet? Es ist sicherlich heute schwerer die Idioten zu erkennen, denn sie tarnen sich mit unter geschickter als früher, aber trotzdem, wer dumm macht fliegt raus.
Was ein Boss aus einzelnen Fotos einer verkorksten Jugend ablesen will, na das ist dann die Frage, vielleicht ist er nur neidisch. Wenn es aber täglich aktuelle Sauffotos gibt, befürchte ich, dann wird der Boss es eh beim Vorstellungsgespräch riechen, Gut wären die Fotos dann nur, dass sich Ihr Boss da schon mal vorbereiten konnte und ihnen gleich die Nummer für den Trinkernotdienst in die Hand drücken kann, die bei Ihm auch Wunder gewirkt haben.

Ok, kommen wir zum eingemachten, wie sieht es mit Nacktbildern aus? Also ganz ähnlich wie beim Trinken denke ich. Erstens will die von mir wirklich keiner sehen, wegen Augenkrebs, also betrifft das Thema eher Mädels denke ich. Und wer selber welche bei Mydingsdahobby oder wie die Plattformen alle heißen posted, also der wird ja auch einigermaßen stolz auf seine Fortpflanzungsqualitäten sein. Im Übrigen wäre die Frage ob man dann nicht dort auch nochmal ein paar Bilder seines Chefs oder desjenigen findet, der die Fotos da gesucht hat. Hat es der böse Exfreund online gestellt, dann gibt es dagegen Rechtsmittel, wobei auch hier die Frage bleibt, ich glaube nicht das wahre Liebe wirklich bedeutet, dass der Typ euch beim Sex filmen muss. Wenn es Typen gibt, die das von euch verlangen Mädels, schickt sie in die Wüste.

Das waren jetzt schon einige Datentypen die man über mich, oder jeden anderen im Netz finden könnte. Doch was ist mit meinen Streams? Was ist mit den Daten die man aus meinen Suchanfragen ziehen kann? Aus der Historie meines Facebookaccounts oder sowas? Also auch hier sehe ich schwarz für die Datensammler. Sicherlich kann man daraus ein hervorragendes Profil erstellen von mir, hab ich ja quasi da selbst gemacht und bin auch noch stolz drauf. Dann weiß man vielleicht , was ich wann mal gesucht oder geposted habe. Wofür ich mich eventuell interessieren könnte. Halt, Nein, Wofür ich mich mal interessiert habe, so ist es richtig. Denn das ist das Schöne daran. Das Zeug liegt alles in der Vergangenheit und mein Kopf kann schneller Haken schlagen und noch auch mehr Rechenoperationen ausführen als jeder Computer. Solange mein Großrechner Gehirn einwandfrei funktioniert, erlaube ich mir alles zu suchen, und zu posten was mir in den Sinn kommt. Leider denkt mein Hirn auch oft sehr impulsive und irreführend für die Profiler der Webindustrie. So kann es sein, dass ich einen Namen oder eine Sache direkt google wenn ich sie im Fernsehen im Radio oder einer Zeitung oder Zeitschrift gelesen habe. Welcehs Medium genau, welche Sendung welcher Artikel der Zeitung bleibt dem google verborgen und es könnte sogar sein, dass ich völlig ohne Hilfsmittel auf einen Suchbegriff gekommen bin. Dann wird es ganz dumm ein zu ordnen sein.

Ich werde alleine von ca. 10.000 Werbebotschaften täglich und einer Fülle weiterer Informationen beeinflusst und natürlich greife ich auch noch auf einen riesigen Fundus aus Erinnerungen und völlig fiktivem Gedankengut zu. Egal wie, wer wirklich annimmt, dass so ordnen zu können, dass er mein persönliches Profil so genau tracken kann, dass er daraus auf mich personalisierte Werbung bringen kann, der darf das gerne versuchen. Aber er darf sich dann nicht wundern, wenn ich diese Werbung genauso ignoriere wie die Tausend Zettel im Briefkasten, die 2000 Werbemails im Mailfach und selbst die Anrufe und Gewinnspielbenachrichtigungen. Ihr könnt es gerne versuchen mir meine Zeit zu stehlen, aber wenn es mich zu sehr nervt, knippse ich euch einfach weg. Eventuell besteht sogar eher die Chance, dass ihr irgendwann einseht, oh gott, oh gott, oh gott, was sollen wir dem Typen denn noch anbieten? Bei dem ist Wünsche wecken und dann mit unseren Lösungen befriedigen eher unwahrscheinlich, der denkt ja selbst mit. Scheiße wie konnte das denn passieren?

Noch eines wird all zu oft dann vergessen. Selbst wenn die Daten gesammelt und mal angenommen sogar ausgewertet wurden, bisher hat mich noch niemand gezwungen meine personalisierte Werbung auch wirklich gut zu finden, zu klicken, oder Dinge direkt zu kaufen, ohne dass ich es wollte. Will sagen, solange man einigermaßen im Besitz eines funktionierenden Gehirns ist, bleibt immer noch die Möglichkeit NEIN zu sagen. Selbst bis zu 14 Tage später oft noch und gerade im Internet. Solange ich aber einfach in der Lage bin nein zu sagen, so lange habe ich das als Kunde selbst in der Hand. Wohl gemerkt, Schwarze Schafe interessiert das alles sowieso nicht. Die senden einem ungewollte Werbung sowieso jetzt schon ziemlich agressiv. Da helfen nur Beschwerden bei der Bundesnetzagentur z.B. und viel Geduld. Ich glaube keiner dieser Kandidaten schickt mir Werbung, weil ich bei Facebook einen Account habe. Wir reden also nicht wirklich von den schwarzen Schafen, die kommen sowieso an alle Daten wenn sie wollen, aber selbst die wissen scheinbar oft nichts weiter damit an zu fangen als mir Emails zu schicken für kuriose Pillen oder Armbanduhren. Das kann mein Spamfilter mittlerweile sogar weitestgehend selbstständig aussortieren und die Verzweiflung ist bei mir lange noch nicht groß genug, als dass ich mich auf sowas ein lassen würde. Ich kauf meine Rolexrepliken immer noch selbst in der Türkei am Strand.

Ich möchte die Datensammelwut und den Umgang mit den Daten nochmal von einer anderen Seite betrachten. Statt Facebook nehme ich hier mal die Datenkrake Nummer eins den guten alten Google. Dort kenne ich das System, welches mit den von mir gesammelten Daten arbeitet selbst ganz gut. Es nennt sich Adwords. Und bisher hat Google mir zwar immer ausgefeiltere Keywords angeboten oder regionalere Werbung, bestenfalls noch männlich weiblich und nach Altersgruppen sortiert, aber es hat mir noch nie gesagt, ach wissen se, fragen se mal den Herrn Meier aus dem siebten Stock in der Dingsbumsstraße ganz gezielt, der sucht genau das was sie anbieten und das schon seit 3 Wochen. Was ich damit sagen will. Die Daten die gesammelt werden, werden zwar ausgewertet, aber stellen Sie sich mal vor Google würde diese Daten offen weitergeben an potentielle Kunden. Würden Sie noch irgendwas über Google suchen? Google kennt, wenn er will, bereits heute extrem viele Firmeninterna, weil goggle-Textverarbeitung und Tabellenkalkulation kann und google Mail und google Kalender ziemlich gut funktionieren. Aber was macht er mit den Daten? Er bietet ihnen ne schmucklose Textzeile Werbung an. Dafür dass er all ihre Daten hosted, ist das ein vergleichbar günstiger Deal, denn ich weiß was man für einen eigenen Server zahlen muss. Sowohl Facebook als auch Google ist in eigenem Interesse viel daran gelegen, dass ihre Daten nicht persönlich weitergegeben werden. Selbst Adressen verkaufen diese beiden wohl eher nicht, wie gesagt, das machen die Telefonbuchverlage ja schon. Man wird bei Google in werberelevante Zielgruppen eingeteilt und diese Gruppen bekommen die Werbetreibenden angeboten. Würde Google diese Daten direkt weiter geben, würden sie sich doch jeglicher Existenzgrundlage berauben, also wieso sollten sie das tun?

Ich gehe fest davon aus, das Google und Facebook kein Interesse haben mit meinen Daten wirklich böses zu treiben. Denn das würde früher oder später ihr eigenes Ende bedeuten. Und weiter bleibt die Frage, wie aussagefähig meine Daten bei den Portalen wirklich sind. Ich komme wieder zu dem Punkt an dem ich sagen muss, der einzige der ein Interesse an einer kompletten personalisierten Auswertung meiner Daten haben könnte, wäre ein Staat. Also mein Staat sogar, die BRD. Denn die kann daraus schließen wieviel Krankenkassenkosten, Rentenkosten oder ähnliches auf sie zu kommen könnten z.B. Oder eben auch ob ich eine Gefahr für die Bürger in diesem Land bin oder für den Staatsapparat selbst. Ehrlich gesagt, fällt mir im Moment nicht mal was noch vernünftigeres ein warum der Papastaat oder von mir aus auch ein Privatunternehmen noch so ein immenses Interesse an meinen Daten haben sollte. Was ich damit sagen will, so eine Datenauswertung kostet unglaublich viel Geld, wenn sie wirklich intensiv gemacht werden muss. Fragen sie mal die Ermittlungsbehörden mit wie vielen Leuten die an einigen Top Terrorverdächtigen arbeiten. Und jetzt soll ich echt so überheblich sein und denken, dass Unternehmen oder der Staat diese Summen zahlen um meine Daten aus zu werten? Nun ja, ich befürchte eben wirklich, dass ich dazu nicht wichtig genug bin.

Das mag bei den meisten Bildzeitungslesern natürlich anders sein, die sind so betriebswichtig für unser Land, dass deren Daten natürlich deutlich interessanter sind in der Auswertung. Leider werden deren Daten selbst von mir fast perfekt aus zu werten sein, und das sogar ohne einen Blick auf ihr Facebookprofil geworfen zu haben, denn ich weiß wer Ihnen ihre Meinung bildet. Sicherlich hat Werbung, Medien und Staat systematisch an einer Verdummung der Massen gearbeitet in den letzten, mindestens zwanzig Jahren. Aber das Internet gibt den Leuten heute ja sogar wieder die Chance sich selbst aus ihrer eigenen Dummheit zu befreien. Sicherlich gibt es da weitere Fallen.
Zum Beispiel hat der normale Vollpfosten was dagegen wenn der Google ein Foto von seinem Haus macht. Aber mit der Webcam direkt aus dem eigenen Wohnzimmer spielt er dann abends Chatroulett oder World of Dingscraft oder ähnliches und jeder Mensch weltweit könnte theoretisch sehen in welch erbärmlichem Loch er sitzt. Da bin ich deutlich mehr für die Fotos von den Häusern.

Wirklich auswertbare Daten geben die meisten Leute nicht bei Facebook oder bei Google freiwillig her. Sondern bei Seiten wie Groupon oder Payback. Nur um 20 % auf irgendwas zu sparen oder um nach drei Jahren Punktesammeln einen goldenen Löffel zu bekommen. Dort wird jeder Einkauf mitgetrackt. Also theoretisch weiß der Payback sogar wann sie ihre Tage haben, nämlich immer dann wenn sie in der Drogerie Binden oder Tampons kaufen. Aber diese Daten geben die Leute gerne und freiwillig her. Man redet ernsthaft über die Einführung der „bargeldlosen“ kassen, Also alles was in ihrem Wagen liegt hat einen Chip, der seine Daten an die Kasse bucht und alles wird von ihrem Konto abgebucht. Oder man stellt sich vor dass der Kühlschrank selbsttätig die Milch nachbestellt wenn sie alle ist. Ihr Auto wird heute bereits mitgetrackt, wegen Diebstahlschutz, obwohl man ihnen damit natürlich auch jeden Umweg nachweisen könnte. Und bald kann Ihr Toaster die Erwärmung von Weißbrot verweigern, weil er die Daten von der Krankenkasse bekommt, die besagen Weißbrot ist nicht gut für Sie. Über all diese Dinge werden wir dann sagen, toll was für eine Hilfe und niemand wird sagen, ähm moment, ich will nicht dass meine Daten so weiter gegeben werden. Das sind für mich alles viel sensiblere Daten, als ein Daumen hoch bei Facebook. Manchmal versteh ich diese Diskussionen einfach wirklich nicht.

Meine Daten sind weitestgehend frei zugänglich. In Wahrheit glaube ich sogar, dass all diese Daten aus zu werten oft gar nicht möglich ist. Wir bräuchten sicherlich 5 Stasi ähnliche Organisationen um all die Daten im Netz wirklich aus zu werten und die Frage was es am Ende bringt wäre dann sicherlich auch noch nicht geklärt. Es ist wichtiger, denke ich , Zensur und Unterdrückung im Netz zu bekämpfen. Wo wären die Arabischen Revolutionen wenn Sich ihre Länder besser mit Internetzensur ausgekannt hätten und die „Anführer“ der Jasminrevolutionen systematisch aussortiert und abgeholt hätten? Genau, wir wären im Neofaschismus.

Es gibt ein Land, das sein Internet tatsächlich sehr großräumig überwacht und Daten auswertet. Das ist China. Vor solchen Modellen muss man mehr Angst haben, wie vor Datensammlern bei Facebook oder Google. Und man sollte insgesamt vorsichter sein mit der Abgabe der eigenen Daten. Vor allem der Datenströmen die wir alle bereitwillig abgeben nur weil wir damit Punkte, Herzen, oder Prozente sammeln können. Diese Daten sind gefährlicher als mein Facebook und mein Google+ Stream zusammen. Ich denke wer normal und auch im sonstigen Leben sorgsam mit seinen Daten umgeht, der kann bei Facebook soviele Katzenbilder oder „Gefällt mir“s posten wie er will. Allenfalls wird er dafür Werbung für Katzenfutter an der Seite ertragen müssen, viel Schlimmeres wird mit den Daten wohl eher nicht passieren.

29Jul/11Off

Commercial Break!

Heute gibt es nach langer Abwesenheit wenigstens mal wieder ein paar Spots. Alles nicht so ernst zu nehmen, aber vielleicht gerade deshalb wieder sehr gut. Und da Freitag ist, geb' ich sozusagen einen aus: Es dreht sich alles um Getränkespots. Viel Spaß damit!

veröffentlicht unter: spots keine Kommentare
7Jul/10Off

smartpad 1&1 Eins wie keins

Es gibt genug Häme und Spott über die Spots von 1&1 im Internet, da darf sich jeder gerne seine Lieblinge aussuchen. Ich bin etwas irritiert über die grundsätzliche Strategie von 1&1. Erst stellt sich der nette Mann vom Kundenservice hin und sagt, dass der DSL-Anbieter ja jetzt seine Kunden vollkommen ins Herz geschlossen hat und immer ein offenes Ohr für sie hat. Dann kommt sogar "Vertrag" plötzlich von "vertragen" und die neue Offenheit kommt einem so seltsam vor, dass man wirklich Zeit braucht, diesen Sinneswandel zu glauben. Sollte das Unternehmen auf einmal wirklich ohne Knebelverträge sein, mit schnellem Service und Produkten, welche für sich selbst genommen schon so gut sind, dass die Kunden von sich aus beim Anbieter bleiben? Kaum glaubt man das, schiebt der Riese aus Montabauer plötzlich diesen neuen Spot hinterher, in dem es um das Smartpad geht.
Zack, alles wieder hin, was sie vorher versucht haben, gut zu machen.
Hallo? Das sind die Mails mit den guten Ideen und Anregungen, die ihr täglich bekommt? :) Is klar, ihr bekommt täglich gerade mal eine Handvoll Mails? Ok, vielleicht mit guten Ideen oder wie? Also, das heißt, der Rest der Mails ist unglaublich großer Mist? Eventuell sogar von den größten Deppen der Welt, den Kunden, oder was?
OK, man muss ja nicht so hart darüber denken. Selbst wenn man darüber wegsieht, wird es jetzt nicht besser. Also mal angenommen: Ich gehe davon aus, dass er tatsächlich eine Handvoll Vorschlägen von Kunden hat, dann wird er ja jetzt wohl was vorlesen und sagen, dass 1&1 dieses und jenes so toll finden, dass sie es bald umsetzen.
Wieder daneben. :)

Also nochmal:
Das sind die Mails mit den guten Ideen, aber die interessieren uns nicht. Wir machen lieber ein Stück Technik, welches vorher schon niemand haben wollte, in ein neues Gehäuse, nennen es etwas anders und tun so, als wäre es genauso cool wie ein ähnliches Apple-Produkt. Also wirklich Leute, wenn das jetzt der große Wurf ist, mit dem ihr so an eure Kunden denkt, also dann weiß ich es auch nicht! Vielleicht ist das ehrlichste an dem Spot dann tatsächlich die Tatsache, dass 1&1 in dem Spot zugeben, dass sie einen Sch... auf ihre Kunden geben und schön weiter das machen, was sie sowieso wollen. Ob das ein gutes Produkt ist oder nicht, ist ihnen völlig egal. Ob das ganze jemand braucht oder nicht, auch egal. Hier nochmal der Spot zum Selbernachdenken:

Fast noch spannender ist die Kurzdoku zum Dreh des Spots mit Pepe Danquart. Daran sieht man mal wieder, dass selbst ein Oscar einen nicht vor Geldjobs bewahrt. :)

21Mai/10Off

Besonderer Erste Hilfe Kurs

Können Sie sich noch an den Erste Hilfe Kurs für Ihren Füherschein erinnern? Ich bin mir sicher, dass man alles viel leichter und einfacher behalten würde, wenn die Kurse beim Roten Kreuz immer so oder ähnlich aussehen würden.

Viel Spaß :)

2Dez/09Off

Preis für die beste weltweite Werbekampagne

Normalerweise lese ich "Kettenmails" oder alles weitergeleitete nicht mal. Vor ein paar Tagen war darin aber folgende Mail zu finden und ich weiß nicht mehr wirklich wieso, ich hab sie gelesen.

Artikel aus der mexikanischen Tageszeitung "La Jornada"
Mexikanische Gedanken zur Schweinegrippe

Pandemie der Profitg(e)ier

Auf der Erde sterben jedes Jahr 2 Mio. Menschen an der Malaria, die ganz einfach durch ein Moskitonetz geschützt werden könnten. Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.

Auf der Erde sterben jedes Jahr 2 Mio. Mädchen und Jungen an Durchfallerkrankungen, die mit einer isotonischen Salzlösung im Wert von ca. 25 Cent behandelt werden könnten. Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.

Die Masern, Lungenentzündungen und andere, mit relativ preiswerten Impfstoffen heilbare Krankheiten rufen jedes Jahr bei fast 10 Mio. Menschen den Tod hervor. Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.

Aber als vor einigen Jahren die famose "Vogelgrippe" ausbrach, überfluteten uns die globalen Informationssysteme mit Nachrichten. Mengen an Tinte wurden verbraucht und beängstigende Alarmsignale ausgegeben. Eine Epidemie, die gefährlichste von allen!

Eine Pandemie!

Die Rede von der schrecklichen Krankheit der Hühner ging um den Globus. Und trotz alledem, die Vogelgrippe hatte weltweit "nur" 250 Menschen zu beklagen. 250 Menschen in zehn Jahren, das ist ein Mittel von 25 Menschen pro Jahr. Die normale Grippe tötet jährlich weltweit ca. 500.000 Menschen. Eine halbe Million gegen 25 .

Einen Moment mal. Warum wird ein solcher Rummel um die Vogelgrippe veranstaltet?

Etwa weil es hinter diesen Hühnern einen "Hahn" gibt, einen Hahn mit gefährlichen Spornen.

Der transnationale Pharmariese Roche hat von seinem famosen Tamiflu zig Millionen Dosen alleine in den asiatischen Ländern verkauft. Obgleich Tamiflu von zweifelhafter Wirksamkeit ist, hat die britische Regierung 14 Mio. Dosen zur Vorsorge für die Bevölkerung gekauft. Die Vogelgrippe hat Roche und Relenza, den beiden Herstellern der
antiviralen Produkte milliardenschwere Gewinne eingespült.
Zuerst mit den Hühnern, jetzt mit den Schweinen. Ja, jetzt beginnt die Hysterie um die Schweinegrippe. Und alle Nachrichtensender der Erde reden nur noch davon. Jetzt redet
niemand mehr von der ökonomischen Krise, den sich wie Geschwüre ausbreitenden Kriegen oder den Gefolterten von Guantanamo.
Nur die Schweinegrippe, die Grippe der Schweine?

Und ich frage mich, wenn es hinter den Hühnern einen großen Hahn gab, gibt es hinter den Schweinen ein "großes Schwein"?

Was sagt ein Verantwortlicher der Roche dazu: "Wir sind sehr besorgt um diese Epidemie, soviel Leid, darum, werden wir das wundervolle Tamiflu zum Verkauf anbieten."

Und zu welchem Preis verkaufen sie das wunderbare Tamiflu?
OK, wir haben es gesehen. 50 US$ das Päckchen.
50 US$ für dieses Schächtelchen Tabletten?
Verstehen Sie doch, die Wunder werden teuer bezahlt. Das was ich verstehe ist, dass diese multinationalen Konzerne einen guten Gewinn mit dem Leid der Menschen machen.

Die nordamerikanische Firma Gilead Sciences hält das Patent für Tamiflu.

Der größte Aktionär dieser Firma ist niemand weniger als die verhängnisvolle Person, Donald Rumsfeld, der frühere Verteidigungsminister der US-Administration George W. Bushs, der Urheber des Irak-Krieges. Die Aktionäre von Roche und Relenza reiben sich die Hände, sie sind glücklich über die neuen Millionen-Gewinne mit dem zweifelhaften Tamiflu.

Die wirkliche Pandemie ist die Gier, die enormen Gewinne dieser "Gesundheitssöldner".

Wir sind nicht gegen die zu treffenden Vorbeugemaßnahmen der einzelnen Staaten.
Aber wenn die Schweinegrippe eine so schreckliche Pandemie ist, wie sie von den Medien angekündigt wurde, wenn die Weltgesundheitsorganisation so besorgt ist, um diese Krankheit, warum wird sie dann nicht zum Weltgesundheitsproblem erklärt und die Herstellung von Generika erlaubt, um sie zu bekämpfen? Das Aufheben der Patente von Roche und Relenza und die kostenlose Verteilung von Generika in allen Ländern, die sie benötigen, besonders in den ärmeren, wäre die beste Lösung.

Übermitteln Sie diese Nachricht nach allen Seiten, so wie es mit Impfstoffen gemacht wird, damit alle diese Seite der Realität dieser "Pandemie" erkennen.

Aus der mexikanischen Tageszeitung "La Jornada"

Der obige Text ist also nicht von mir. Sollte er allerdings der Wahrheit entsprechen müsste man den Strategen die hinter der Vogelgrippe und der Schweinegrippe und den noch kommenden Killerseuchen stehen eigentlich den Preis für die gelungenste Werbekampagne der Welt verleihen. Denn so viel Aufsehen schafft man heute wirklich mit nichts anderem. Das einzige was ich sehr problematisch sehe dabei ist natürlich die Tatsache, dass man dem der einmal Lügt nicht mehr glaubt. Ihr habt jetzt 2 mal Feuer gerufen, ohne dass es wirklich gebrannt hätte. Was erwartet ihr für den Fall das es wirklich mal zu einer Pandemie kommt?

Natürlich steh ich dem Artikel auch kritisch gegenüber und man könnte sagen, es sind nur so wenige an Vogelgrippe gestorben, weil so beherzt eingegriffen wurde. Das ist aber nachweislich Quatsch. Und für die Schweinegrippe gilt das schon gar nicht mehr. Die Schweinegrippeimpfungen kommen doch weitestgehend sowieso viel zu spät. Ein Impfschutz muss ja vorher bestehen, nicht erst wenn die Krankheit schon da ist.  Tamiflu istnatürlich kein Impfstoff, das ist schon klar, sonden hilft die ausgebrochene Krankheit zu heilen. Trotzdem finde ich die Vorgehensweisen der Medien in dem Umgang mit der Schweinegrippe sehr sonderbar. Als es die erste Tote an Schweinegrippe in Deutschland gab, schien es mir fast so, als haben man da sehnsüchtig drauf gewartet. Das die Dame, insgesamt sehr , nenen wir es mal ungesund war und mit ziemlich hoher wahrscheinlichkeit in Ihrem Zustand auch an einem völlig normalen Grippevirus gestorben wäre,  haben nur die allerwenigsten gemeldet. Und wenn dann nur als Nebensatz um ja keine Panik zu schühren.

Es sollte allgemein bekannt sein, was man damit bewirkt, wenn man unter keinen Umständen über etwas reden will, oder wenn man unter keinen Umständen Panik verbreiten will. Man tut es nur um so stärker.

Passend zum Artikel der Mexikaner kam dann letzte Woche, in Wiederholung auf Arte endlich auch mal ein Film, der ähnliche Fragen stellte. Natürlich nur im Kunst und Spartenprogramm arte, aber immerhin.

Roch und die ganze Pharmaindustrie haben in meinen Augen auf alle Fälle einen grandiosen Werbeerfolg zu feiern mit  Vogel und Schweinegrippe. Jetzt nehmt die verdiente Kohle und steckt sie in Malariamittel, z.B.