Werbespotter Werbung sehen, verstehen und sezieren :)

24Sep/09Off

Entschuldigung!

Liebe Leser dieses kleinen, leider noch sehr bescheidenen Blogs.  Ich möchte mich entschuldigen, dafür, dass es hier seit Monaten nicht mehr weiter geht. Ich hab da ein paar Zeitprobleme und das hier soll und will ja nur ein Hobby sein.

Kurze Information zum letzten "Versuch", neuen Stoff zu sammeln für diesen Blog.

Ich hatte mir vorgenommen alles fein säuberlich  zu sammeln was mir so über den Zeitraum von vier Wochen in den Briefkasten gestopft wird.  Also alles abgesehen von der Post natürlich. 🙂

Leider war der Zeitpunkt nicht besonders gut gewählt. Denn egal wie, vor den Wahlen wäre das ganze einfach nicht repräsentativ.

Mich stört da oft die Materialschlacht. Vorallem sogar die  eher kleinen Zettel.  Ich werfe das ganze Zeug in der Regel weg.  So wie mindestens 95% aller Empfänger. (Eventuell sogar noch deutlich mehr. Bei Blindmailings lag die Erfolgsquote lange Zeit mal im Promillebereich, heißt also von tausend Zetteln führt einer bis zwei zum Erfolg.  Genaue aktuelle Zahlen kenne ich grade nicht. )

Das Problem dabei ist, dass mit dieser Quote trotzdem noch so viel "Gewinn" gemacht wird, dass sich der Rest lohnt. Theoretisch ja ein Argument für die Effektivität dieser Werbung.

Ich kann mir aber nicht helfen, aus ökologischer Sicht, gehört so was verboten. Unzählige Bäume müssen dafür ihr Leben lassen, Drucker müssen an Schwermetalvergiftung sterben und so weiter. Gut fürs Klima ist das sicher auch nicht. Und von den vielen Botschaften, wen und was ich da alles beachten soll noch garnicht gesprochen.

Ich könnte ständig mein nicht vorhandenes Auto verkaufen und meine nicht kaputte Waschmaschine oder Kühlschrank entsorgen. Außerdem hab ich das Gefühl meine Hausverwaltung könnte mich los werden wollen, denn ich hab jede Woche mindestens 5 Zettel im Briefkasten die mir beim Umzug helfen wollen. Das ist nur ein kleiner Ausschnitt. Aber eins ist sicher. Der ganze Zettelkram hat mich bisher schon so genervt, dass ich auch in dem Fall, das ich einen von diesen Diensten jemals brauche, sicher keinen von den Zettelwerbern nehmen werde. Also aus Werbesicht ein Schuß ins Knie.  Ich denke es wird einigen so gehen, auch wenn mir schon klar ist, dass wohl immer noch genug Leute, denen gerade die Waschmaschine kaputt ging oder ähnliches "froh" sind über die Zettelwirtschaft.

Weiter geht es mit den Werbeblättern der Supermärkte. Die lese ich wiederum, denn man muss ja wissen wo man noch ein paar cent sparen kann beim EK. Umgerechnet ist das zwar meist auch völliger Irrsinn, wegen 3 bis 5 Cent pro Irgendwas ne halbe Stunde länger, bis zu nem anderen laden und wieder zurück zu gehen. Meist ist der Spareffekt schon wieder weg, wenn man in dem Laden noch etwas zusätzlich findet, was man gar nicht gesucht hat. Aber ok, das ist klassische Werbung und ja durchaus noch sehr verständlich. Ich würde sogar fast behaupten wollen, das diese Schweinebauchanzeigeblätter, den Takt in unserem Land vorgeben. Sie bestimmen, wann Herbst ist, nämlich wenn der Laubsauger, oder Laubbläser im Angebot ist. Sie legen fest, wann man Schulsachen kauft, auch wenn die das ganze jahr über womöglich viel billiger im Regal liegen. Und Sie bestimmen ab wann geweihnachtet wird. Darüber hinaus legen Sie alle Hobbys und ihre Zeit fest, vom Reiten bis zum Golfen mittlerweile, vom Angeln bis zum Malen. Alles hat jedes Jahr seine Woche. So wie bis heute jeder weiß das es zweimal im Jahr bei Aldi Rechner gibt. Obwohl ich mittlerweile das Gefühl habe da stehen immer welche rum wenn ich da reinkomme. Das schöne bei diesen Anzeigeblättern funktioniert der "Keine Werbung" Aufkleber auf dem Briefkasten meist sogar weitestgehend. Also wenn ich was für die Umwelt tun wollte könnte ich das mit einem Aufkleber lösen.  Die kleinzettler halten sich da aber eben sowieso nicht dran.

Aus der Sicht einer Werbeagentur sind solche Anzeigenblätter womöglich noch eine Art Cashcow, denn die kann der Printpraktikant setzen und man kann den Unternehmen jede Woche ne Rechnung schreiben. Es ist keine Schöne Arbeit in der Katalogproduktion, aber es sichert das verdammt schicke Büro. Gegen diese kleinen Zettel aber, sollten selbst die Werbeleute was haben.

Sie tragen deutlich zu einer Reizüberflutung ihrer so begehrten Kunden bei. Wenn sie kein 5 Kilo Probepäckchen des neuen Waschmittels mehr mit beilegen, gehen auch sie in so einem Breifkasten einfach unter.  Also muss man sich immer neuere und teurere eigenen Ideen einfallen lassen, die auch nicht unbedingt ökologisch sinnvoller sind.

Ein haptisches Erlebnis muss eben her.

Alternative ist nur, die Finger komplett weg zu lassen vom Briefkasten. Das haben ja viele Unternehmen auch längst getan. Leider aber nicht die Zettelfreaks. Und somit machen Sie den "Markt" für die großen Unternehmen dauerhaft kaputt. Was bleibt sind überfrachtete potentielle Kunden, die der Werbetreibende jetzt an anderer Stelle penetrieren muss. Und tut er es, so macht der Möchtegernkunde immer mehr zu. Ein Teufelskreis.

Nach dem großen Motto, gebt dem Kunden wieder Luft zum Atmen, damit er eure Perlen auch erkennen kann, sollte sich die Werbeindustrie einfach mal für ein halbes Jahr komplett zurück ziehen. 🙂 Einfach mal garnichts machen, alle gemeinsam und die Kunden werden euch anschließend wieder an den Lippen, Bildschirmen und Anzeigen kleben. Nur so ne Idee.

Der ähnliche Effekt wie beim Briefkasten setzt bei mir auch in der Fußgängerzone ein. Ich kann kaum über den Alexanderplatz laufen ohne von mindestens 2  NGOs, 3  Zeitungen und auch noch dem ein oder anderen religiösen "Spinner" oder auch Telefonvertragsdrückerbanden angesprochen zu werden. Bis ich am Bahnhof bin, muss ich schon dreimal die Welt gerettet haben, die Printindustrie und die Journalisten gerettet haben und nebenbei auch noch zu Gott, oder wem auch immer gefunden haben und sämtliche Berliner Obdachlose und die rumänischen "Speakenglishsch" aus dem Elend geholt haben. Dabei wär ich oft schon froh wenn ich einfach nur in ne S-Bahn steigen könnte.

Ist es, als Unternehmen, wirklich so klug, ein Heer von völlig verzweifelten Praktikanten und Studenten dazu zu verpflichten in Drückermethoden, wie Bettler und Obdachlose, neue Abschlüsse zu liefern?

Ich hab für den Alexanderplatz beschloßen mich definitiv nur noch von Punks anschnorren zu lassen, nicht von weltweit agierenden Unternehmen, wie dem WWF, oder auch nur den Maltesern z.B. Auch werd ich mir sicher kein Zeitungsabo anschaffen nur weil mir ein Student am Bein hängt bis in den Bahnhof und jammert, das er seine nicht vorhandenen Familie nicht ernähren kann.

Unternehmen die solche Methoden für sinnvoll halten, weil ja schließlich die Zahl der Abschlüße überzeugen, wenn die Drücker überleben wollen, sollten sich ihrer Sozialen Verantwortung bewußt werden. Und zwar nicht nur die Verantwortung,  gegenüber von Tieren, Kindern, Umwelt, Zeitungen, oder Telefonverträgen, oder gar des Weltfriedens.

Sondern vielleicht auch mal die Verantwortung gegenüber dieser armen Geschöpfe die da tagtäglich auf der Straße rumlungern müssen, in eurem Namen. Den "Besten" ein dauerhaftes Praktikum zu versprechen ist da echt zu wenig, finde ich.  Die Methoden schaden eurem Image mehr als sie nützen auf Dauer. Nicht nur das ihr die Leute ausnutzt. Ihr macht auch den MArkt für die Leute die wirklich auf die Spenden angewiesen sind, wie eben z.B. die Obdachlosen und Drogenabhängigen kaputt. Dann könntet ihr die eigentlich konsequenterweise gleich vor den Bus schubsen. Kommt aber glaube ich auch nicht so gut an für eine Tierschutz, Mesnchenschutz, oder Umweltschutz organisation.

Es beginnt definitiv gerade zu kippen. Ihr macht schon euer sauer aufgebautes Image mit diesen Methoden kaputt. Schnell drüber nachdenken,  während eure Controller noch behaupten alles bestens, jeden Tag mehr Abschlüsse. Aber zu welchem Preis?

Zurück zu meinem Versuch die Werbung aus dem Briefkasten zu sortieren und zu sichten, wie es als Spotter meine Aufgabe ist.Ich werde dasin nächster Zeit erneut versuchen. Es sollte im Oktobereher repräsentativ sein,als jetzt vor den Wahlen.

Apropo Wahlen. Wäre auch ein schönes Thema gewesen. Leider schaff ich das nicht mehr. Ich wollte eigentlich durch die Stadt fahren und auch hier nochmal Fotos von allen Werbeplakaten aller Parteien machen. Sollte jemand wissen wo man die Motive bekommt. Natürlich bei den jeweiligen Parteien, schon klar. Teilweise sogar im Internet zum Download. Da ich aber faul bin suche ich natürlich jemanden, der wirklich alle Motive des Wahlkampfs gesammelt hat. Denn die Motive und Aussagen haben sich ja geändert im Laufe des Wahlkampfs. Ist euch gar nicht aufgefallen? Stimmt war auch schwierig. Aber war so. Wer also alle Parteiwahlwerbung gesammelt hat, sagt mir bitte Bescheid. Da wollte ich noch was schönes drauss machen. 🙂